Zunftfeier und Generalversammlung 2026
19.03.2026
Das Jahr 2025 nimmt eine zentrale Rolle in der Geschichte der 1694 gegründeten Zunftbruderschaft St. Josef zu Bichlbach ein: Nicht nur, dass die bis dahin kirchliche Vereinigung in einen öffentlich-rechtlichen, gemeinnützigen Verein umgewandelt wurde – zusätzlich galt es, die von 1710 bis 1718 erbaute Zunftkirche in großem Stil zu sanieren. Beide Aufgaben wurden erfolgreich gemeistert, und daher gab es sowohl bei der feierlichen Messe als auch bei der Generalversammlung Grund zu großer Freude.
Wie seit Jahrhunderten gewohnt, kam man dazu am Josefitag zusammen. Dekan Franz Neuner, der den Gottesdienst gemeinsam mit Bichlbachs Pfarrer Tomasz Kukulka zelebrierte, wies in seiner Predigt darauf hin, der Schutzpatron von Zunft und Land Tirol erinnere daran, dass der Mensch in seiner Arbeit Mensch sein dürfe, dort aber auch christliche Werte ihren Platz haben müssten. Den heiligen Josef charakterisierte er als „einen, der sich kümmert“ – sei er doch stets zur Stelle gewesen, „wenn es ans Anpacken ging“. Daher sei er auch der Patron derer, „die lieber im Hintergrund dort zur Stelle sind, wo es gerade notwendig ist“. Die Renovierung der Zunftkirche sei wiederum ein schönes Zeugnis dafür, dass „die Zunft das weiterführt, was unseren Vorfahren wichtig war und uns heute noch Halt gibt“.
Gute Nachrichten konnte Obmann Paul Strolz gleich zu Beginn der Zunftversammlung im Dorfheim verkünden. In dem sehr intensiven Vorjahr sei die Mitgliederzahl um elf angewachsen: 268 Personen bekennen sich aktuell zu den Zielen der Zunftbruderschaft. Die Sanierung der Zunftkirche habe sich als große Herausforderung erwiesen – schließlich seien die Kosten von geschätzten 84 000 auf rund 122 000 Euro emporgeklettert. Darauf, dieses Projekt dennoch (auch dank Fördermitteln und Spendengeldern) geschultert zu haben, könne man stolz sein: „Wir stehen in der Verantwortung, das zu schätzen und zu ehren, was unsere Vorfahren geschaffen haben. Und das wollen wir den kommenden Generationen in einem guten Zustand übergeben.“
Als Tradition der Zunft hat sich mittlerweile auch die Verleihung des Sozialpreises etabliert. Die 15. Ehrung dieser Art ging nun an den „Benefiz-Sozialfonds Region 50“, dem es in einem Vierteljahrhundert gelang, durch geradezu legendäre Benefizkonzerte mit weithin bekannten Künstlern über 200.000 Euro zusammenzubringen. Damit konnte und kann man notleidenden Menschen im Zwischentoren zur Seite stehen. „Da konnte man sehr viel Licht in so manches graue Dasein bringen“, würdigte Laudator Rudolf Fröhlich, der frühere Bürgermeister von Heiterwang und erste Regionsobmann, dieses Engagement. Das Geld sei immer gut verwaltet worden, sodass man ganz schnell helfen könne, wenn Not am Mann sei.
Bichlbachs Bürgermeister Stefan Schwarz, der qua Amt auch dem Vorstand der Zunftbruderschaft angehört, freute sich schließlich nicht nur darüber, dass die Zunftkirche wieder zu einem wahren Schmuckstück geworden sei, auf das ganz Bichlbach stolz sein könne, sondern auch darüber, dass das Zunftmuseum mit dem Einzug der Gemeindeverwaltung in das renovierte Zunfthaus eine enorme Aufwertung erfahren habe: Nun sei es nämlich täglich allen Interessierten zugänglich.
INFO: Am Freitag, 17. April, um 19 Uhr erklingt in der Bichlbacher Zunftkirche „Musik für die Seele“. Heidi Abfalter (Harfe) und Hannes Neururer (Steirische Harmonika) spielen dabei gemeinsam mit Schülern der Landesmusikschule Reutte-Außerfern.
Bildtext: Dekan Franz Neuner (links), Obmann Paul Strolz (rechts), Bichlbachs Bürgermeister Stefan Schwarz (2. Von rechts) und Laudator Rudolf Fröhlich (4. von rechts) gratulieren den Repräsentanten des Sozialfonds Region 50 zum Sozialpreis der Zunftbruderschaft St. Josef: Emma Rauch (Witwe von Hans Rauch, des Initiators der 1985 gegründeten Organisation), Werner Gläser, Dr. Birgit Fasser-Heiß (2. bis 4. von links) sowie Ingo Rotter (3. von rechts), der als ORF-Moderator seine Kontakte zu exzellenten Künstlern einbrachte, um sie für zum Kult gewordene Benefizkonzerte in Ehrwald zu gewinnen.